Festabend 150 Jahre TuS

 "Alt geworden, jung geblieben", titelte die PNP am 04.10.2010

Glückwünsche und Geschenke, Mitgliederehrungen, Gaumenfreuden, fetzige Swingmusik, humorige Einlagen – mit Ehrengästen aus Geistlichkeit, Sportverbänden, Politik und Wirtschaft hat die Turn- und Spielvereinigung 1860 Pfarrkirchen, der älteste Sportverein in Niederbayern, im Rahmen eines richtig gelungenen Festabend in der Stadthalle am Samstag bei bester Gesundheit ihren 150. Geburtstag gefeiert.

 

"Was damals fast auf den Tag vor 150 Jahren von einigen Idealisten begonnen wurde, haben zahlreiche Frauen und Männer mit großem Einsatz und Begeisterung zu einer Erfolgsgeschichte ausgebaut", stellte TuS-Vorsitzender Horst Lackner fest. Weiter unterstrich er die im Titel der Festschrift sichtbare Verbundenheit mit Stadt und Bevölkerung – "wir bieten den Menschen hier eine Plattform, auf der sie sich sportlich betätigen, etwas für die Gesundheit tun, gesellige Stunden verbringen und neue Freundschaften schließen können".

Mitgliedern und Ehrenamtlichen sowie Förderern und Freunden der TuS dankte Lackner für ihre Unterstützung – der Stadt, Bürgermeister Georg Riedl und dem Stadtrat, für die finanziellen freiwilligen Leistungen für die Vereine und besonders für die Ausrichtung des Festabends. Mit Blick nach vorn sagte der Vorsitzende, auch die TuS habe sich enormen Herausforderungen zu stellen, etwa wegen des deutlich veränderten Freizeitverhaltens und der Problematik bei der Besetzung von Ehrenämtern. Für den Verein, der in 15 Abteilungen rund 1.550 Mitglieder hat, von denen gut die Hälfte Kinder und Jugendliche sind, wünscht sich Lackner, dass er die Herausforderungen meistere – "wenn wir zusammenhalten, mit Tatkraft und Idealismus an die Aufgaben herangehen, dann wird die TuS auch in Zukunft bestehen".

"Ganz schön alt geworden – dabei aber unglaublich jung geblieben", gratulierte Bürgermeister Georg Riedl. In seiner Festrede griff er aus den Facetten des Sports das Alltagsgesicht im Verein heraus – "manchmal sorgenzerfurcht, manchmal entspannt, bisweilen niedergeschlagen, dann auch wieder voller Glück und Zufriedenheit". In der TuS werde der Sport getragen von Gemeinschaftsgeist, Idealismus und Einsatzbereitschaft – das sportliche Können der Aktiven werde umgesetzt durch kameradschaftliche Unterstützung von Vereinsleitung Abteilungsleitern, Übungsleitern und vielen Freiwilligen. "Ohne sie gäbe es auch den großen Bruder Berufssport nicht", betonte Riedl. Der Breitensport brauche auch finanzielle Unterstützung und die Stadt sei da bestimmt sehr großzügig.

Außerdem sprach Riedl u.a. die Vorbildfunktion der Sportler für die Jugend an, die vorbildliche Leistung der TuS bei der Integration von Migranten, die prägende Funktion des noch im "Markt Pfarrkirchen" damals als Turnverein am 6. Oktober 1860 gegründeten Vereins in der Stadt sowie die bisherige Erfolgsbilanz – "mit Respekt und Bewunderung blicken wir auf die TuS-Geschichte". Allen Funktionsträgern dankte der Bürgermeister für ihren Einsatz. Dem Verein wünschte er eine erfolgreiche Zukunft.

Weiter gratulierten, ebenfalls verbunden mit Dank an die Ehrenamtlichen und besten Wünschen für die Zukunft: MdB Max Straubinger (CSU) hob sowohl die vielfältigen Funktionen des Vereins in sportlicher und gesellschaftlicher Hinsicht als auch die Vielfalt des sportlichen Angebots in der TuS hervor. MdL Berhard Roos (SPD) ging auf die Gründerzeit im Sinne der Emanzipation des Bürgertums und die damals festgelegte politische Unabhängigkeit des Vereins ein sowie auf das bestehen der TuS durch alle Wirrungen der Geschichte hindurch mit den richtigen Verantwortlichen an der Spitze.

 

Landrätin Bruni Mayer erinnerte an Persönlichkeiten wie Max Biller, Karl Lehr und Conrad Naglsperger. Nicht selbstverständlich sei es früher gewesen, dass Kindern dieser oder jener Sport ermöglicht wurde – auch heute sollte das nicht als selbstverständlich gelten. Nach 150 Jahren Tradition und Fortschritt sei die TuS mit einem modernen Dienstleistungsangebot für ihre Mitglieder da, sagte der Vizepräsident des Bayerischen Turnverbandes, Michael Götz. Das Turnen stellte er als Wiege der Sportvereine heraus. Nach wie vor biete das Kinderturnen in Form von Geschicklichkeit, Koordination und Stärkung der Muskulatur eine breite Basis für sportliche Betätigung. Wichtigste Aufgabe der Vereine sei damit auch die Jugendarbeit. Der Bezirksvorsitzende des Bayerischen Landessportverbandes, Udo Egleder, sprach der TuS als erstem Verein von heute über 1.600 in Niederbayern besondere Bedeutung zu – die Initialzündung für die Entwicklung des Sports sei in Pfarrkirchen erfolgt. Zudem habe der BLSV besonders zu danken, da aus den Reihen der Verband wichtige Persönlichkeiten hervorgegangen seien – wie der heutige Ehrenbezirksvorsitzende Max Beyerlein oder Bezirksschatzmeister Edmund Zechmann. Landrätin Bruni Mayer und die Vertreter der Sportverbände hatten auch Geschenke in Form von Spenden dabei.

Die Ehrung langjähriger TuS-Mitglieder nahm Vors. Horst Lackner mit Bgm. Georg Riedl und dem Ehrenvorsitzenden Max Beyerlein vor:

- für 50-jährige Mitgliedschaft Hans Breiherr, Klaus Donaubauer, Hans Gaisbauer, Franz Xaver Solcher, Erika Weindl, Reinhold Zeitlhofer, Günther Ziegelbauer und Elly Grube;

- für 55-jährige Mitgliedschaft Norbert Reinelt und Siegfried Sommer;

- für 60-jährige Mitgliedschaft Franz Niedermeier;

- für 65-jährige Mitgliedschaft Anton Hoegn.

 

BLSV-Bezirksvorsitzender Udo Egleder, Bezirksgeschäftsführer Wolfgang Köcher und der Kreisvorsitzende des Verbandes, Ludwig Zeiler, zeichneten verdiente TuS-Funktionäre aus:

- die Verdienstnadel in Bronze mit Kranz und Urkunde für über 10-jährige Tätigkeit erhielt TuS-Schatzmeister Walter Wieser;

- die Verdienstnadel in Silber mit Urkunde für 15-jährige Tätigkeit und länger erhielten Martin Schenkewitz (Abteilungsleiter Koronarsport), Claudia Poisl (Abteilungsleiterin Turnspiele), TuS-Ehrenvorsitzender Charly Bauer (Vorsitzender 1992 – 2008), Roland Callies (Abteilungtsleiter Fechten), Sepp Emmer (seit 1992 stellv. TuS-Vorsitzender), Horst Lackner (stellv. TuS-Vorsitzender 1992 - 2008, seit 2009 Vorsitzender) und Werner Benninger (Abteilungsleiter Handball);

- die Verdienstnadel in Silber mit Gold und Urkunde für über 20-jährige Tätigkeit erhielten Dietrich Benesch (stellv. Abteilungsleiter Volleyball), Hermann Kainz (stellv. Abteilungsleiter, Kassier, Abteilungsleiter Volleyball), Harry Müller (berufener Beirat im TuS-Vorstand) und Hermann Gaßner (Abteilungsleiter und stellv. Abteilungsleiter Karate);

- die Verdienstnadel in Gold mit Urkunde für 25-jährige Tätigkeit und länger erhielten Isolde Sieghartner Abteilungsleiterin Rollschuhsport) und Friedrich Märtz (ehem. Abteilungsleiter Volleyball);

- die Verdienstnadel in Gold mit großem Kranz und Urkunde für 35-jährige Tätigkeit erhielt Kurt Singer (TuS-Pressewart);

- die Verdienstnadel in Gold mit Brillianten und Urkunde für über 40-jährige Tätigkeit erhielt Norbert Reinelt (ehem. Abteilungsleiter Tischtennis, seit 1991 Vorsitzender des TT-Förderkreises).

 

Schauspieler Sebastian Goller lockerte den Festabend unterhaltsam auf: mit einer köstlichen Wortspielgeschichte über’s Vereinsleben von annodazumal ("Die Katzenfreunde" in der Frau-Comercienrat-Zeit) sowie als "Buchbinder Wanninger" auf der verzweifelten vergeblichen Suche nach dem zuständigen Ansprechpartner für die Anlieferung der TuS-Festschrift ... mitsamt der Rechnung natürlich.

 

 

Mit fetziger Swingmusik unterhielt die Band "Lonely Lips" die Festgäste zwischen Reden und Ehrungen sowie nach dem offiziellen Teil bestens.– lb